Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Ko- Arzheim
Diesen Spruch hatten in Arzheim 25 Männer sich zur Aufgabe gestellt und gründeten am 8. März 1908 die Freiwillige Feuerwehr Arzheim.
Wie heute im Protokollbuch nachzulesen ist, wurde einstimmig zum 1. Oberführer Jakob Missing gewählt, zu dessen Stellvertreter Anton Doms. Gleichzeitig wurde beschlossen, wer bei einer Übung oder Versammlung fehlt, wird mit 0,50 DM bestraft. Am 10. März 1909 wurde die erste öffentliche Übung unter der Leitung des Polizeikommissars abgehalten; diese und auch alle anderen Übungen fanden um 04:00 Uhr morgens statt. Wenn man davon ausgeht, dass früher ein Großteil der Feuerwehrleute Landwirte waren, so blieben ihnen nur die frühen Morgenstunden zur Übung. Auf der Hauptversammlung am 25. März 1909 wurde ein Monatsbeitrag von 0,05 DM festgelegt.
Genau zu Ostern am 7. April 1909 wurde die Wehr erstmalig
alarmiert, und zwar zu einem Brand im Arzheimer Wald, wo die Wehrleute 2 Tage
im Einsatz waren. Nach dieser ersten Feuerprobe hatten die Männer Ruhe, bis sie
am 12. Juni 1910 um 16:00 Uhr alarmiert wurden. Bei Adam Staudt war der
Dachstuhl in Brand geraten, in wenigen Minuten waren 21 Wehrleute am Brandort
und hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Wenn man bedenkt, dass es früher
noch keine Sirene und keine Funkmelder gab, sondern dass zur Alarmierung mit
einem Signalhorn geblasen wurde, war dies doch eine beachtliche Leistung, dass
fast alle Wehrleute so schnell am Einsatzort waren.
Am 15. August 1913 wurde die Wehr mit Uniformen
eingekleidet, die komplette Uniform kostete damals 18,- DM. In dieser schmucken
Uniform veranstaltete die FF Arzheim am 11. November des gleichen Jahres
erstmalig einen Martinsumzug mit Martinsfeuer.
Im August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus, so kamen die
regelmäßigen Übungen und Versammlungen für 5 Jahre zum Erliegen. Die aus dem
Krieg zurückgekehrten Wehrleute trafen sich am 25. März 1919 nach langer Zeit
wieder und nahmen ihren Feuerwehrdienst in altgewohnter Weise wieder auf. Dass
damals schon nachbarlich Hilfe und Kameradschaft gepflegt wurden, zeigt der
Einsatz am 18. Januar 1923. Um 23:30 Uhr wurde die Wehr alarmiert, die
Metzgerei Josef Ufer stand in Flammen. Um 00:30 Uhr war die FF Ehrenbreitstein
zur Stelle und unterstützte die Arzheimer Kameraden bis in den frühen Morgen.
Oberführer Jakob Missing legte sein Amt am 17. Juli 1924
nieder, er wurde Bürgermeister der Gemeinde Arzheim. Zum neuen Oberführer wurde
Franz Dötsch gewählt, Stellvertreter Anton Doms. Im gleichen Monat besuchte die
Wehr die Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Urbar und das
Bezirksverbandsfest in Vallendar.
Am 2. Mai 1926 fand morgens um 04:00 Uhr eine Übung mit der
neuen Ausziehleiter statt, mittags fuhr die gesamte Wehr nach Horchheim zur
Fahnenweihe. Ein Jahr später feierte die Freiwillige Feuerwehr Ehrenbreitstein
ihr 30jähriges Jubiläum, auch an diesem Fest nahm unsere Wehr teil.
Im Frühjahr 1927 gründete Jakob Staudt aus den Reihen der
Feuerwehr ein Trommlerchor. Das Trommlerchor war von
nun an bei allen Festlichkeiten innerhalb und außerhalb von Arzheim dabei.
Der Feuerwehrdienst wurde immer ernster genommen, das
beweist ein Beschluss von der Versammlung am 29. August 1929: wer 3 Mal
hintereinander fehlt, wird aus der Wehr ausgeschlossen. Bei der
Jahreshauptversammlung am 24. Juli 1932 wurde beschlossen, eine Fahne
anzuschaffen und bei einer Firma in Speyer für 350,- DM bestellt. Zum 1.
Fahnenträger wurde Heinrich Scherag bestimmt.
Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Freiwilligen
Feuerwehr Arzheim fand vom 24. bis 25. Juni 1933 der Feuerwehr-
Kreisverbandstag in Arzheim statt. Das Fest begann am Samstag mit einem Hochamt
und Fahnenweihe, die Weihe der neuen Fahne wurde von Herrn Landrat
durchgeführt. Anschließend fand im Festzelt ein Commers
statt mit Tanz bis in den frühen Morgen. Der Sonntag begann mit einem
Kirchgang, anschließend Verbandstag im Zelt. Mittags stellte sich die Wehr mit
einer Schauübung vor, danach fand ein großer Festzug durch Arzheim statt, woran
28 Nachbarwehren teilnahmen.
Im Juli 1936 wurde der Wehrleiter Franz Dötsch aus
Altersgründen aus der aktiven Wehr verabschiedet, neuer Wehrleiter wurde Johann
Staudt. In diesem Jahr bekam Gustav Furch den ersten LKW in Arzheim; er
erklärte sich bereit, die Wehr im Ernstfall mit seinem Privatauto zu fahren.
Auch in den Kriegsjahren hielt die Wehr ihre Aktivitäten
aufrecht und diente auch weiterhin dem Schutze der Bürger von Arzheim. Nach
Kriegsende bekam die Wehr neue Ausrüstung: eine neue Motorspritze und viele
Meter Schlauchleitung. Oberführer Johann Staudt berief am 31. Mai 1947 eine
Versammlung ein; er gedachte der Gefallenen des 2. Weltkrieges und dankte den
Aktiven für die in den letzten harten Jahren geleistete Arbeit. An diesem Abend
wurde Johann Staudt verabschiedet, an dessen Stelle wurde Hubert Wahl zum neuen
Wehrleiter ernannt.
Am 7. März 1949 wurde unsere Wehr von dem Bürgermeister der
Gemeinde Fachbach an der Lahn zu einem großen Waldbrand um Hilfe gerufen. Über
100 junge Bürger von Arzheim schlossen sich der Wehr an und halfen bei der
Bekämpfung des Waldbrandes.
Am 23. April 1951 wurde auf dem Dach der Schule eine Sirene
aufmontiert, um so die Feuerwehrleute im Brandfall zu alarmieren. Da Arzheim
damals zur Verbandsgemeinde Vallendar gehörte, wurde
bei größeren Bränden, vor allem bei Waldbränden, von der Feuerwehr Bendorf ein
Tanklöschfahrzeug angefordert.
Beim Martinsumzug am 11. November 1953 trat zum ersten Mal
der Musikzug der FF Arzheim auf, er stand unter der Leitung von Johann Fehring.
Bürgermeister Feit übergab der Wehr am 24. August 1957 eine
neue Motorspritze, die wie die alte zusammen mit Schläuchen, Strahlrohren,
Standrohren und anderen Löschmitteln auf einem Handkarren stand und von den
Wehrleuten geschoben werden musste.
Ihr 50jähriges Bestehen feierte die Freiwillige Feuerwehr
Arzheim vom 10. bis 11. Mai 1958. Das Fest begann mit einem Commers
im Vereinslokal Ufer unter Mitwirkung der Arzheimer Ortsvereine. Auch waren an
diesem Abend noch drei Gründer anwesend. Es waren: Johann Petry, Josef Wolf und
Josef Staudt. Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Kirchgang der Wehr mit
anschließender Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal. Mittags um 14:00 Uhr fand
ein schöner Festzug durch die Straßen von Arzheim statt. Es wirkten 20
auswärtige Wehren sowie die Arzheimer Ortsvereine mit, der Zug endete auf dem
Steinerkopf, wo die FF Arzheim gemeinsam mit der Nachbarwehr Ehrenbreitstein
eine Schauübung vorführte.
Im September 1960 wurde der Tambourmajor Johann Fehring verabschiedet und Wolfgang Schwan zum neuen Major
ernannt.
Da im alten Gerätehaus bisher nur ein Handkarren stand,
wurde es im Frühjahr 1964 von den aktiven Wehrleuten so umgebaut, dass ein
Löschfahrzeug Platz hatte. Am 25. Juli 1964 war ein großer Tag in Arzheim, die
Wehr erhielt ihr erstes eigenes Löschfahrzeug, ein TSF für Staffelbesatzung.
1967 kaufte die Gemeinde Arzheim einen LKW, dieser soll bei Einsätzen der
Feuerwehr mit eingesetzt werden. Weiterhin kaufte die Gemeinde einen
elektrischen Schlauchtrockenschrank, da bisher die Schläuche zum Trocknen an
der Wand der alten Schule aufgehängt wurden.
Es gehörte auch zu den Aufgaben der Wehr, vor dem Winter
und im Frühjahr die Hydranten zu überprüfen und zu fetten.
Die Gemeinde Arzheim wurde am 9. November 1970 zur Stadt
Koblenz eingemeindet und unsere Wehr den Löschzügen der Stadt Koblenz
untergeordnet; sie erhielt die Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr Koblenz
Löschzug Nr. 12“.
Beim Feuerwehrfest am 5. Juni 1972 in Rübenach
wurde Wehrleiter Hubert Wahl nach langjähriger Tätigkeit aus Altersgründen aus
der aktiven Wehr verabschiedet. Brandobermeister Lorenz Geißler wurde zum neuen
Wehrleiter ernannt. Da auch ein Teil der älteren Wehrleute die Wehr verließ und
jüngere Kameraden nachrückten, führte der Wehrleiter Lorenz Geißler alle 14 Tage
montagsabend Übungs- und Schulungsstunden durch, was
bis heute noch beibehalten wird.
Mit der Eingemeindung im Jahre 1970 wird unsere Wehr auch
zu Aufgaben außerhalb unseres Ortes herangezogen, z.B. Einsatz bei „Rhein in
Flammen“, 24 Stunden Dienst auf der Wache der Berufsfeuerwehr Koblenz, und beim
Hochwasser. Auch werden von der Berufsfeuerwehr für die Feuerwehrleute
Lehrgänge und Übungsstunden durchgeführt.
Anfang 1982 sollte von der Stadt das neue
Feuerlöschfahrzeug geliefert werden. Im Frühjahr 1982 bauten einige Wehrleute
das alte Gerätehaus um, da das neue Fahrzeug größer ist und nicht in das
Gerätehaus passt. Nach 480 Arbeitsstunden hatten die Wehrleute in ihrer
Freizeit die Einfahrt und das Gebäude umgebaut. Am 20. Juni 1982 übergab der
Leiter der Berufsfeuerwehr Koblenz, Herr Oberamtsrat Farrenkopf, das neue
Löschfahrzeug, ein TSF für Staffelbesatzung, offiziell an die Einheit Arzheim.
Das 75jährige Bestehen der Wehr feierte die Einheit vom 8.
bis 10. Juli 1983. Das Fest begann am Freitag um 13:00 Uhr. Arzheimer Bürger
hatten die Möglichkeit ihre Feuerlöscher auf dem Festplatz prüfen zu lassen und
wurden, wenn gewünscht, in deren Handhabung eingewiesen. Abends startete um
20:00 Uhr die Starparade im Festzelt mit Auftritten von Wolfgang Petry und vielen
anderen. Am Samstag wurde um 10:30 Uhr an der Schule eine Schauübung mit
anschließender Aufklärung zum vorbeugendem Brandschutz
abgehalten. Um 20:00 Uhr begann dann der Commers im
Festzelt mit Tanz bis in den frühen Morgen. Am Sonntag wurde um 09:30 Uhr ein
ökumenischer Festgottesdienst im Festzelt ausgerichtet. Ab 10:30 Uhr fand ein
Wettkampf der Freiwilligen Feuerwehren statt. Um 14:00 Uhr startete ein großer
Festumzug durch Arzheim, beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Zelt
wurden um 17:00 Uhr die Siegerehrungen für den Feuerwehrwettkampf vorgenommen.
Im August 1986 wurde Brandobermeister Lorenz Geißler aus
Altersgründen als Einheitsführer verabschiedet. Neuer Einheitsführer wurde
Oberbrandmeister Helmut Möhrke.
Als Helmut Möhrke 1988 die aktive
Wehr verließ, wurde Oberbrandmeister Hans- Dieter Modes zum neuen
Einheitsführer ernannt.
Am 4. Februar 1993 gründete die FF Arzheim eine
Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Jugendwart Reiner Hisgen und seinen
Stellvertretern Alfred Seimetz und Kurt Multerer.
Acht Jungen und Mädchen waren zum Zeitpunkt der Gründung aktiv in der
Jugendabteilung. Es wurden schnell mehr und zeitweilig war die Jugendfeuerwehr
Arzheim 16 Mitglieder stark. Die Angehörigen der Jugendfeuerwehr unterstützen
seitdem die Freiwilligen tatkräftig bei verschiedenen Aktionen der Wehr.
Mit Gründung der Jugendfeuerwehr nahm die Einheit Arzheim
auch zum ersten Mal weibliche Mitglieder auf, die von da an auch bei den
Aktiven ihren Platz einnahmen.
Die Jahrhunderthochwasser 1993 und 1995 an Rhein und Mosel
sind vielen Anwohnern unvergesslich geblieben. Auch die Einheit Arzheim, die
bei Hochwasser in Koblenz den Einsatzabschnitt Altstadt besetzt, war beide Male
tagelang im Einsatz und wird sich an diese beiden Hochwasserkatastrophen lange
erinnern.
Im Frühjahr 2003 wurde endlich der von unserer Einheit lang
ersehnte Neubau des Gerätehauses fertig gestellt. Neuer Standort ist nun die
Kreisstraße Nr. 13. Das Gerätehaus entspricht den aktuellen Vorschriften für
solche Gebäude, was man vom alten Gerätehaus schon einige Jahre nicht mehr
behaupten konnte. Die Fahrzeughalle ist so ausgelegt, dass auch ein größeres
Löschfahrzeug als ein TSF dort problemlos Platz finden kann. Da sich bei
unserem TSF, mit seiner über 20jährigen „Dienstzeit“, allmählich Reparaturen
häufen und das Transportproblem für alle Einsatzkräfte immer noch nicht gelöst
ist, würde es alle Arzheimer Wehrleute freuen, wenn die Einheit bald ein neues
Einsatzfahrzeug im neuen Gerätehaus unterbringen könnte.
Am Samstag und Sonntag den 3. & 4. Mai 2008 feierte die
Einheit Arzheim ihr 100jähriges Bestehen sowie das 15jährige Bestehen der
Jugendfeuerwehr. Als Festort wurde die Turnhalle
Arzheim auf dem Steinerkopf ausgewählt. Der Samstag stand ganz im Zeichen der
Jugendfeuerwehr: verschiedene Jugendfeuerwehren aus Koblenz und Brohl- Lützing nahmen an einer
Jugendfeuerwehr Olympiade durch Arzheim teil, bei der Aufgaben aus den
Bereichen Feuerwehr, Geschicklichkeit und Teamwork zu lösen waren. Nach den Siegerehrung klang der Tag bei einem Bunten Abend unter
Mitwirkung von Arzheimer Vereinen und der MIKADOS-
Partyband in gemütlicher Runde aus. Der Sonntag begann mit einem Festaufmarsch
durch Arzheim. Unter der Teilnahme des Spielmannszuges Arzheim und des
Fanfarenzuges Karthause zogen die Einheiten der
Freiwilligen Feuerwehren aus Koblenz, Neuhäusel und der Freiwilligen Feuerwehr Höhr- Grenzhausen mit ihren historischen Fw- Fahrzeugen vom Gerätehaus durch den Ort zur Turnhalle,
wo der Festaufmarsch endete. Im Anschluss daran fand der offizielle Teil des
Festes mit Ehrungen und Beförderungen statt. Dabei wurde auch die
Einheitsführung offiziell von Dieter Modes, der sein Amt 20 Jahre lang
innehatte, an Reiner Hisgen übergeben. Reiner Hisgen übergab nun seinerseits die Leitung der Jugendfeuerwehr,
die er 15 Jahre seit der Gründung geleitet hatte, an Hans- Joachim Jung weiter.
Das Jubiläum klang anschließend mit einem abwechslungsreichen Programm am
späten Nachmittag aus.
Am 3. August 2009, einem Kirmesmontag in Arzheim, erlebte
die Wehr einen der schwersten Brände des Ortes. Durch einen technischen Defekt
geriet das Turnerheim neben der Turnhalle auf dem Steinerkopf in Brand. Beim
Eintreffen der ersten Einsatzkräfte des Löschzuges der BF Koblenz stand das
Gebäude bereits im Vollbrand, die dadurch verursachte Rauchsäule war wegen des
klaren Sommerwetters kilometerweit zu sehen. Neben der Einheit Arzheim wurden
auch noch weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr nachalarmiert. Zwar
konnte die Gaststätte trotz des massiven Löschangriffs nicht mehr gerettet
werden, allerdings konnte die Turnhalle selbst, an die das Turnerheim direkt
angebaut ist gehalten werden.
Am 6. Januar 2010 wurde endlich das alte TSF der Einheit
Arzheim durch ein neues TSF-W ersetzt. Die beiden größten Unterschiede des
neuen Fahrzeugs zu seinem Vorgänger bestehen in ein 600 Liter Wassertank, sowie
einem Stromerzeuger und Lichtmast zur Ausleuchtung von Einsatzstellen. Die
offizielle Fahrzeugübergabe erfolgte am 10. Februar 2010 durch den
Stadtbrandinspekteur Wolfgang Schröder auf der BF. Alle Mitglieder der Einheit
Arzheim sind vom neuen Fahrzeug, seinen Möglichkeiten und seiner Ausstattung
begeistert und hoffen, dass es ebenso lange wie das alte TSF der Arzheimer Wehr seine zuverlässigen Dienste leisten wird.
Im Geiste der Gründer unserer Freiwilligen Feuerwehr
setzten sich auch die Aktiven von heute für das Wohl unserer Mitbürger ein,
getreu dem Motto:
„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“.